Archiv der Kategorie: Absurde Sachen

Schöne Osterfeiertage!

Für Gründonnerstag erhielt ich in diesem Jahr von einer christlichen Gemeinschaft eine ganz besondere Einladung:

„Am Abend vor seinem Tod suchte Jesus Gemeinschaft. Er teilte Brot, Wein, Bitterkräuter, das Passahlamm. Herzliche Einladung, am Abend vor Karfreitag ein besonderes Festmahl zu feiern! Du bist willkommen!“

Da mir vollkommen neu war, dass Jesus das Passahlamm teilte – hatte er sich doch am Karfreitag selbst als Opfer zur Verfügung gestellt – habe ich mich etwas mit dem Thema beschäftigt, vor allem auch mit der Bedeutung von Brot und Wein. Denn laut Bibel teilte Jesus an dem Abend vor seinem Tod eben nicht das Passahlamm, sondern reichte an seine Jünger ein rein veganes Abendessen weiter: Brot und Wein, wobei Brot seinen Körper und Wein sein Blut symbolisierte.
Ich halte es für möglich, dass Jesus sich hierbei auf Melchisedech bezog. Melchisedech ist der erste Priester, der in der Bibel überhaupt erwähnt wird. Sein Name kann mit „König der Gerechtigkeit“ und „Melek ist gerecht“ übersetzt werden (siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Melchisedech). Auch Melchisedech verwendete für sein Opfer nur Brot und Wein – also nicht das Fleisch von Opfertieren wie die späteren Priester. Das könnte damit zusammenhängen, dass sich Melchisedech nach 1. Mose 1, Vers 29, richtete:

„Und Gott sprach: Siehe, ich gebe euch alles Kraut, das Samen trägt, auf der ganzen Erde und alle Bäume, an denen samenhaltige Früchte sind; das soll eure Speise sein.“ (Zitat aus der Zürcher Bibel)

D.h., dass er sich vegetarisch/vegan ernährte und keinen Sinn darin sah, Tiere zu opfern, die er später selbst nicht essen würde. Die Teilung von Brot und Wein beim letzten Abendmahl ist daher nicht nur als üblicher Ritus während eines Passahmahles zu sehen und sie ist auch nicht einfach nur eine Vorwegnahme des Karfreitaggeschehens (das zerbrochene Brot = Jesus’ zerbrochener Körper, der Wein = sein Blut), sondern sie verweist deutlich darauf hin, dass für die Versöhnung mit Gott, den Schutz vor Seinem Zorn, eben ein für alle mal keine Tieropfer mehr nötig sind. Weil Jesus sich selbst geopfert hat. Erstaunlicherweise sieht das Papst Benedikt XVI. offenbar genauso:

“In addition, the pope said Thursday, Jesus celebrated Passover “without a lamb, as did the Essene community,” which did not sacrifice animals. “Instead of the lamb he offered himself, he offered his life,” Benedict added (Quelle: http://ejpress.org/article/15698).

Auf meine Anfrage, ob die christliche Gemeinschaft den Gründonnerstag allen Ernstes mit Lammfleisch begehen möchte, habe ich leider noch keine Antwort erhalten – aber vielleicht war das Ganze auch nur ein dummes Missverständnis. Euch allen wünsche ich jedenfalls schöne Ostertage – feiert Gottes Sieg über den Tod, das Leben, die Liebe und den ganzen Rest! Frohe Ostern! :-)

Foto: aboutpixel.de / Ostern 2009 © Heidrun Schindler

Foto: aboutpixel.de / Ostern 2009 © Heidrun Schindler


www.aboutpixel.de

Mülheimer Altstadtimpressionen Teil 3

Mausefalle kurz vor Sonnenuntergang

Mausefalle kurz vor Sonnenuntergang

Gegen die Stimmen der Mülheimer Bürgerinitiativen und einer Stimme der Grünen haben SPD sowie FDP und Grüne (die beiden Letzteren mit je einer Stimme) gestern für den Auslegungsbeschluss zum Petrikirchenhaus gestimmt. CDU und Linke haben sich lt. MBI-Newsletter enthalten. Zur Erinnerung: Dort, wo sich jetzt noch eine Grünfläche mit altem Baumbestand befindet, möchte die Stiftung Petrikirchenhaus einen protzigen Neubau errichten – also direkt vor Mülheims bekanntestem Altstadtfachwerkhaus, der “Mausefalle”.

Samstag, 10. September 2011

Samstag, 10. September 2011

Schade, dass “Schlimm City-Mülheim” auch vor den wenigen noch intakten, schützenswerten Bereichen wie Mülheims schönster Altstadtansicht nicht Halt macht. Als ob man mit dem leerstehenden Kaufhof (jetzt “Leeranstalt” genannt) und der einstmals gut besuchten Schlossstraße (inzwischen “konsumberuhigte Zone”) nicht genug Mahnmale für eine offensichtlich vollkommen misslungene Stadtplanung hätte. Ab morgen werden sich im Rahmen des “Schlimm City”-Projekts Kreative mit der Situation in Mülheim befassen – weitere Infos dazu hier: Link.

Schlimm City: Stadtspiel in Realversion

Schlimm City: Stadtspiel in Realversion

Und wer noch mehr über die nächste geplante Bausünde wissen möchte, wird an dieser Stelle fündig: www.petrikirchenhaus.de.

Winter ade! :-(

Wenn sich am Montag der lange, bitterkalte Winter verabschiedet und der Frühling mit seinen ersten wärmenden Sonnenstrahlen wieder Einzug hält, bedeutet das für mich auch, eine Weile notgedrungen auf ein neues, ungewöhnliches Hobby zu verzichten. Der ein oder andere weiß es vielleicht schon: Ich habe den ganzen Winter über Handschuhleichen fotografiert.

Handschuhleiche in der Mülheimer Altstadt

Handschuhleiche in der Mülheimer Altstadt

Vor Monaten stieß ich zufällig durch einen Tweet von @haekelschwein auf die Handschuhleichen-Gruppe und war sofort fasziniert von der Idee, die Situation herrenloser Handschuhe zu dokumentieren. Diese Facebook-Gruppe, deren Anhängerschar nicht nur in Deutschland, sondern sogar in Übersee verloren gegangene Handschuhe fotografiert und die Bilder im Internet veröffentlicht, hat bis heute weit über 300 deprimierende Aufnahmen zusammengetragen – einzigartige Fotos von achtlos liegen gelassenen Handschuhen, von platt gefahrenen Handschuhen, von Handschuhen, die man auf Zäune aufgespießt hatte und sogar Bilder von ganzen Handschuhleichenpaaren.
Nun hatte ich zwar gegenüber den anderen Handschuhleichenfans den Nachteil, dass mein Handy über keine Kamera verfügt – hatte ich doch seinerzeit in einem Anfall von Altersstarrsinn bei der Anschaffung darauf bestanden, nur ein Mobiltelefon zu kaufen, mit dem man ausschließlich telefonieren kann, nichts anderes. Dieses kleine Handicap wurde aber dadurch ausgeglichen, dass ich als Fußgängerin und konsequente Nutzerin der öffentlichen Verkehrsmittel viel häufiger mit Handschuhleichen in Berührung kam als beispielsweise Autofahrer. Hatte ich meine Digitalkamera nicht im Büro vergessen, konnte ich auf dem Fußweg zu meinen lieben Kunden zahlreiche Handschuhleichen fotografieren, an denen andere mit ihren Fahrzeugen sicherlich gedankenlos vorbeigebrettert wären.
Zu meinen persönlichen Favoriten zählt ohne Zweifel die oben abgebildete extrem flauschige Handschuhleiche, die tagelang auf einem Fenstersims in der Mülheimer Altstadt lag. Ob ihr Besitzer sie doch noch gerettet hat? Ich habe keine Ahnung. Und dann war da noch die Tragödie an dem Oberhausener Altkleidercontainer. Eine Handschuhleiche davor liegend, die andere in der Tür zerquetscht. Was soll man dazu sagen? Diese grässliche Aufnahme beschäftigte mich lange und führte auch auf Facebook zu wilden Spekulationen.

Drama am Altkleidercontainer

Drama am Altkleidercontainer

Seit Rosenmontag registriere ich übrigens einen Zuwachs an Sockenleichen. Vor allem an der Straßburger Straße sind mir gleich mehrere aufgefallen… Hmm, gibt es dazu eigentlich auch schon eine Facebook-Gruppe?

Mülheimer Altstadtimpressionen Teil 1

In den letzten Monaten beschäftigte ich mich viel mit dem umstrittenen Petrikirchenhaus, das voraussichtlich schon im nächsten Jahr auf dem Mülheimer Kirchenhügel gebaut werden soll. Weil dies also vermutlich der letzte Herbst ist, in dem ich Mülheims schönste Altstadtansicht unverbaut genießen kann, habe ich mich entschlossen, die Veränderungen regelmäßig hier zu dokumentieren:

Mülheimer Altstadt, 15. September 2010

Mülheimer Altstadt, 15. September 2010

Kaum zu glauben, aber ganz rechts, wo sich jetzt noch Rasen, die Mauer und herrliche alte Bäume befinden, soll tatsächlich ein mehrstöckiger Neubau errichtet werden. Mehr Infos dazu auch unter www.petrikirchenhaus.de.

The Muppets: Stand By Me

Ja, ich gebe zu, in dem letzten Muppets-Video “Bohemian Rhapsody” faszinierte mich besonders dieses eine Monster, das mit größter Selbstverständlichkeit die singenden Ratten aufgefressen hatte – einfach so, ganz nebenbei. Aber mussten sie deshalb diesem alten Scheusal gleich die Hauptrolle in “Stand By Me” geben? Es war geradezu vorprogrammiert, dass es in dem Film dann nur um eine Sache gehen kann: Fressen – und das auf eine ziemlich abscheuliche Art und Weise.
Seit 1. April 2010 läuft “Stand By Me” auf YouTube und ich war mir anfangs nicht ganz sicher, ob ich Euch den Clip überhaupt zumuten kann. Mittlerweile denke ich aber, dass die meisten ihn verkraften werden: ;-)