Aus gegebenem Anlass

Während der Golf von Mexiko vor den Augen der geschockten Weltöffentlichkeit weiter stirbt, hat die Internet-Community einen neuen Weg gefunden, mit ihrer Hilflosigkeit umzugehen. Neben dem oben gezeigten YouTube-Video, das sich großer Beliebtheit erfreut, häufen sich in Blogs und auf Twitter die zynischen Kommentare zu BPs Unvermögen, der Katastrophe Herr zu werden (Andrew Breitbart auf Twitter: „Oh good. CEO of BP yachting today while Obama & Biden golfing together. Thank God everything’s under control.“) Hervorheben möchte ich besonders den Satire-Account BPGlobalPR, der so brillant haarsträubende Meldungen verbreitet, dass sie mittlerweile von den Verlautbarungen des autorisierten BP-PR-Accounts kaum noch zu unterscheiden sind. Schwarzer Humor im wahrsten Sinne des Wortes.
Nur leider kann ich angesichts der monströsen Ausmaße dieser wohl schlimmsten Umweltkatastrophe der US-Geschichte nicht wirklich darüber lachen. Einen aktuellen Stand der Größe der Verseuchung veranschaulicht diese Website: www.ifitwasmyhome.com – einfach oben rechts auf North Rhine-Westphalia klicken.
Lt. www.sueddeutsche.de diskutieren die Grünen nun über einen Aufruf zum Boykott von BP – betroffen wären in Deutschland die Aral-Tankstellen des BP-Konzerns. Einige Überlegungen dazu: Bei den Milliardensummen an Schadensersatzforderungen, die BP eh schon zu leisten hat, wären die finanziellen Einbußen, die der Konzern durch so eine Aktion aushalten müsste, vermutlich lächerlich. Und von dem Imageschaden wird sich BP sowieso nie wieder erholen – ob mit oder ohne Boykottaufruf.
Dennoch halte ich es für wichtig, dass den Verantwortlichen solcher Katastrophen klar gemacht wird, dass sie nicht nur in der virtuellen Welt durch den Kakao gezogen werden, sondern dass ihre Umweltzerstörung auch ganz massive Auswirkungen auf das Konsumverhalten in der realen Welt hat. Egal, ob es um Esso (siehe auch: Exxon Valdez), Shell (Ölsandabbau) oder wie jetzt um BP geht: Kein Auto zu fahren, auf’s Fahrrad umzusteigen oder die Bahn zu nutzen, kann ein echtes Vergnügen sein, denn es hat vielerlei Vorteile und eben auch den positiven Nebeneffekt, dass man selbst so wenig wie möglich mit diesen ganzen Umweltverbrechen zu tun hat. Dieses Vergnügen gönne ich mir übrigens seit mittlerweile über 20 Jahren und ich kann nur jedem empfehlen, es einfach mal auszuprobieren. Aus gegebenem Anlass.

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