Monatsarchiv: April 2012

Schöne Osterfeiertage!

Für Gründonnerstag erhielt ich in diesem Jahr von einer christlichen Gemeinschaft eine ganz besondere Einladung:

„Am Abend vor seinem Tod suchte Jesus Gemeinschaft. Er teilte Brot, Wein, Bitterkräuter, das Passahlamm. Herzliche Einladung, am Abend vor Karfreitag ein besonderes Festmahl zu feiern! Du bist willkommen!“

Da mir vollkommen neu war, dass Jesus das Passahlamm teilte – hatte er sich doch am Karfreitag selbst als Opfer zur Verfügung gestellt – habe ich mich etwas mit dem Thema beschäftigt, vor allem auch mit der Bedeutung von Brot und Wein. Denn laut Bibel teilte Jesus an dem Abend vor seinem Tod eben nicht das Passahlamm, sondern reichte an seine Jünger ein rein veganes Abendessen weiter: Brot und Wein, wobei Brot seinen Körper und Wein sein Blut symbolisierte.
Ich halte es für möglich, dass Jesus sich hierbei auf Melchisedech bezog. Melchisedech ist der erste Priester, der in der Bibel überhaupt erwähnt wird. Sein Name kann mit „König der Gerechtigkeit“ und „Melek ist gerecht“ übersetzt werden (siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Melchisedech). Auch Melchisedech verwendete für sein Opfer nur Brot und Wein – also nicht das Fleisch von Opfertieren wie die späteren Priester. Das könnte damit zusammenhängen, dass sich Melchisedech nach 1. Mose 1, Vers 29, richtete:

„Und Gott sprach: Siehe, ich gebe euch alles Kraut, das Samen trägt, auf der ganzen Erde und alle Bäume, an denen samenhaltige Früchte sind; das soll eure Speise sein.“ (Zitat aus der Zürcher Bibel)

D.h., dass er sich vegetarisch/vegan ernährte und keinen Sinn darin sah, Tiere zu opfern, die er später selbst nicht essen würde. Die Teilung von Brot und Wein beim letzten Abendmahl ist daher nicht nur als üblicher Ritus während eines Passahmahles zu sehen und sie ist auch nicht einfach nur eine Vorwegnahme des Karfreitaggeschehens (das zerbrochene Brot = Jesus‘ zerbrochener Körper, der Wein = sein Blut), sondern sie verweist deutlich darauf hin, dass für die Versöhnung mit Gott, den Schutz vor Seinem Zorn, eben ein für alle mal keine Tieropfer mehr nötig sind. Weil Jesus sich selbst geopfert hat. Erstaunlicherweise sieht das Papst Benedikt XVI. offenbar genauso:

„In addition, the pope said Thursday, Jesus celebrated Passover „without a lamb, as did the Essene community,“ which did not sacrifice animals. „Instead of the lamb he offered himself, he offered his life,“ Benedict added (Quelle: http://ejpress.org/article/15698).

Auf meine Anfrage, ob die christliche Gemeinschaft den Gründonnerstag allen Ernstes mit Lammfleisch begehen möchte, habe ich leider noch keine Antwort erhalten – aber vielleicht war das Ganze auch nur ein dummes Missverständnis. Euch allen wünsche ich jedenfalls schöne Ostertage – feiert Gottes Sieg über den Tod, das Leben, die Liebe und den ganzen Rest! Frohe Ostern! 🙂

Foto: aboutpixel.de / Ostern 2009 © Heidrun Schindler

Foto: aboutpixel.de / Ostern 2009 © Heidrun Schindler


www.aboutpixel.de