Monatsarchiv: August 2016

Fresse halten angesagt?

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Leider verplempere ich viel zu viel Zeit auf Facebook und komme so kaum noch zum Bloggen – nun ist schon fast ein Jahr seit meinem „Offenen Brief“ vergangen. Was hat sich seitdem getan?

Mittlerweile vergeht kaum ein Tag mehr ohne irgendeine Horrormeldung (Linktipp: XY Einzelfall). Sexuelle Belästigungen/Vergewaltigungen von Frauen und Kindern, Diebstähle, Raubüberfälle, Angriffe auf Christen und Homosexuelle in Asylunterkünften etc. sind inzwischen dermaßen offensichtliche Begleiterscheinungen von Merkels hirnrissiger Asylpolitik, dass selbst unsere Qualitätsmedien dafür keine Euphemismen mehr erfinden können. Eigentlich dürfte nun also dem blauäugigsten Bahnhofsklatscher klar geworden sein, dass eben nicht nur edle Menschen, sondern auch Kriminelle, Islamisten und Terroristen über die Balkanroute den Weg ins deutsche Sozialsystem gefunden haben. Allerdings hat das nichts an der Diskussionskultur geändert. Nach wie vor steht jeder, der diese schlichte Wahrheit äußert, im Verdacht, „rechts“ zu sein. Und wer „rechts” ist, ist ein Nazi.* Und wer möchte das schon sein?

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Früher habe ich mir keine Gedanken darüber gemacht, was ich nun genau bin. Vermutlich links und/oder liberal. Sozial könnte auch passen wegen meinem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Auf jeden Fall bin ich ziemlich wissbegierig, ein regelrechter Nachrichten-Junkie. Ich habe Spaß am Meinungsaustausch. In meinen nächtelangen Internetdiskussionen lag ich sicher öfters mal daneben – nicht immer habe ich das direkt begriffen und erst viel später meinen Standpunkt überdenken und ändern können. Ein offener Austausch ist meiner Ansicht nach für eine persönliche und gesellschaftliche Entwicklung unbedingt notwendig und die Meinungsfreiheit zählt nicht umsonst zu den größten Errungenschaften der Aufklärung – noch nie ist mir das so klar geworden wie in letzter Zeit. Deshalb fällt es mir sehr schwer, mich in einer Gesellschaft zurechtzufinden, die zunehmend von Denk- und Redeverboten bestimmt wird.

Geschichte wiederholt sich

Mit mir zerbrechen sich etliche Menschen öffentlich oder im stillen Kämmerlein den Kopf, wie es so weit kommen konnte. Ich hatte ja im letzten Jahr auch die Theorie vertreten, dass die Traumata des Dritten Reichs, der Wunsch nach Wiedergutmachung oder zumindest zu „den Guten“ gehören zu wollen diese staatlich verordnete Willkommenskultur, die der Rest von Europa nicht verstehen kann, möglich gemacht haben.

Heute früh fand ich eine viel naheliegendere Erklärung: Die Mehrheit der Deutschen ist einfach blöd. Und sie war schon immer blöd. Das erklärt auch das Dritte Reich – diesen Obrigkeitsglauben und die Angst, von der herrschenden Meinung abzuweichen. Menschen, die immer schön mitmachen, brav die Fresse halten, bloß nicht auffallen wollen: genau das sind doch die perfekten Wegbereiter für jede noch so absurde Politik. Über die unrühmliche Rolle der Kirchen in der Vergangenheit und heute werde ich vielleicht mal einen Extra-Artikel bloggen.

„Janz wichtig! Fresse halten angesagt.“

Empfiehlt selbst ein Kabarettist wie Michael Mittermeier. Nein, nicht im Scherz, er hat das tatsächlich ernst gemeint. Sogar die Betroffenheitsäußerung anlässlich der letzten Terror-Anschläge von einem Mario Barth war diesem Clown schon zu viel. Denn Mittermeier geht es „…um den Zusammenhalt und das Weiterbestehen unserer Gesellschaft mit Besonnenheit und Würde“ – das klappt seiner Ansicht nach offenbar nur, wenn man brav die Fresse hält (Facebook-Link). Und wann haben wir dann wieder etwas zu sagen? Die nächste Bundestagswahl ist erst 2017 und diverse Koalitionen werden vermutlich wieder den Machterhalt der PolitikerInnen, die für diese desaströse Asylpolitik verantwortlich sind, sichern.

Meine Hoffnung sind derzeit mutige** PolitikerInnen wie Boris Palmer von den Grünen, Sahra Wagenknecht oder auch der Ex-SPD-Ratsherr Guido Reil: Menschen, die offen ihre Meinung sagen und dazu stehen, auch wenn das viel Gegenwind erzeugt. Das ist vielleicht nicht unbedingt clever, wenn man nur die eigene Parteikarriere im Blick hat, aber ich finde, es ist auf lange Sicht das Klügste, was alle Demokraten und besonders die Volksvertreter gerade jetzt tun können: unbequeme Fragen stellen, konstruktive Kritik üben und die eigene Meinung äußern – solange es hier noch möglich ist.

*Natürlich nicht. Bitte hier nachlesen oder selbst googeln: http://www.politik-lexikon.at/links-rechts/

**Ist es nicht eigentlich skandalös, dass die freie Meinungsäußerung heutzutage schon Mut erfordert?

Und hier noch der Link zum Selbertesten: Test der politischen Koordinaten

Nachtrag:
Dieser Test ist noch viel besser – nochmal schönen Dank an Jörg für den Tipp: https://www.politicalcompass.org/test/de Ich bin so ähnlich wie Gandhi! 😀