SuB-Challenge: Festwertspeicher der Kontrollgesellschaft

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Ja, auch Benjamin von Stuckrad-Barres „Festwertspeicher der Kontrollgesellschaft“ bekam eine Chance. Aber direkt nach den ersten Sätzen war mir klar, dass ich mir das nicht geben kann. Zum einen merkte ich schon beim Überfliegen des Inhaltsverzeichnisses, dass es sich hier wieder um ein Werk handelt, das nicht mehr wirklich aktuell ist. „Paola & Kurt Felix”, „Rio Reisers 50. Geburtstag“ etc. – alles Themen, die mich überhaupt nicht (mehr) interessieren. Zum anderen gelang es mir nicht, mich auf von Stuckrad-Barres Plauderton einzulassen. Egal, welchen Beitrag ich versuchte: Immer hatte ich das Gefühl, von einer willkürlichen Ansammlung von Wörtern erschlagen zu werden, einem Blabla, das nur dafür gedacht war, irgendwie dieses Taschenbuch zu füllen. Genauso hätte ich das Telefonbuch lesen können. Ja, sehr schade, weil ich weiß, dass dieser Autor eigentlich extrem gut schreiben kann. Vor ein paar Jahren hatte ich von ihm auch einige Artikel gelesen, die mich vollends begeistert hatten und die mich damals veranlasst hatten, dieses Buch zu kaufen. Aber jetzt bekam ich leider einfach keinen Zugang. Es muss wohl an mir liegen.

Stattdessen habe ich schon wieder bei Audible zugeschlagen: „Der Report der Magd“ („The Handsmaid’s Tale“) von Margaret Atwood – fast 12 Stunden, ungekürzt! Und das kam so: Schon vor Monaten ist mir aufgefallen, dass meine amerikanischen Facebook-Freunde über die Verfilmung des Buches „The Handsmaid’s Tale“ völlig aus dem Häuschen sind. Tatsächlich wurde die erfolgreiche US-TV-Serie gleich achtmal mit dem Emmy ausgezeichnet. Ich vermutete, dass ARD oder ZDF dieses Meisterwerk vielleicht bei uns zu Weihnachten senden werden. Aber Pustekuchen – die Serie ist bis jetzt nur für Telekom-Kunden über EntertainTV zugänglich. Und da muss ich mich wirklich fragen: Hätte man bei 8,1 Milliarden Euro GEZ-Einnahmen nicht eventuell mal auf den einen oder anderen bescheuerten experimentellen Tatort oder die eine oder andere langweilige Polit-Quasselrunde verzichten können und stattdessen den Zuschauern ausnahmsweise mal etwas richtig Gutes bieten können?

Für alle, die wie ich über kein EntertainTV verfügen: Das Hörbuch über das Leben und Sterben in der Republik Gilead ist aber auch sehr empfehlenswert. Spannend und beklemmend zugleich, weil die Gräueltaten, die Überwachung und Ausbeutung einen durchaus realistischen Hintergrund haben – sind sie doch zum Teil heute noch in totalitären Systemen an der Tagesordnung. Zudem ist es nicht völlig undenkbar, dass Derartiges auch hier Einzug hält. An die Einteilung von Frauen in Gläubige und Ungläubige – erkennbar an der Kopfbedeckung – haben wir uns ja mittlerweile schon fast gewöhnt.

Mit meiner November-Herausforderung („Gute Tage“ von Roger Willemsen) habe ich noch gar nicht angefangen. Darüber dann mehr im Dezember.

Literaturangaben:

„Festwertspeicher der Kontrollgesellschaft“
von Benjamin von Stuckrad-Barre
Kiepenheuer & Wietsch

„Der Report der Magd“
von Margaret Atwood
Gesprochen von: Vera Teltz, Charles Rettinghaus
Spieldauer: 11 Std. 57 Min.
Ungekürztes Hörbuch
Veröffentlicht: 10.10.2017
Anbieter: HörbucHHamburg HHV GmbH

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