Auslöschung

„Es ist nicht die stärkste Spezies, die überlebt, auch nicht die intelligenteste, sondern eher diejenige, die am ehesten bereit ist, sich zu verändern.“ (Charles Darwin)

Ich weiß wirklich nicht mehr genau, warum ich überhaupt ein Netflix-Abonnement abgeschlossen habe. Ein paar Dokumentarfilme fand ich wohl ganz sehenswert und dann lockte natürlich auch die Riesenauswahl an Serien, von denen ich aber bis auf ein paar Folgen „Outlander“ keine länger anschauen konnte. Ob „The Crown“ oder „Orange is the new black“ – irgendwie hatte alles so einen B-Movie-Touch und auch bei „Outlander“ verlor ich irgendwann das Interesse, weil mir die Dialoge allesamt so entsetzlich platt vorkamen.

Etwas anders war das bei dem aktuell angelaufenen Netflix-Streifen „Auslöschung“ mit der wunderbaren Natalie Portman. Hier fesselte mich gleich die Vorschau und den 12. März 2018, das Datum der Netflix-Veröffentlichung, notierte ich mir sogar in den Kalender, um diesen einen Film auf keinen Fall zu verpassen. Zunächst deckte sich mein Eindruck mit dem Fazit vieler Kritiker auf Facebook: „Langweilig!“, „Enttäuschend!“, „Lahm!“

Kurze Inhaltsangabe, ohne Spoiler: Der Ehemann einer Biologin kehrt von einer mysteriösen Expedition heim und bricht gleich darauf zusammen. In einer futuristisch anmutenden Krankenstation erfährt die Frau (Natalie Portman), dass er in einem Gebiet unterwegs war, das von einem seltsamen „Schimmer“ umwabbert wird, ein Ort, aus dem bisher keiner lebendig zurückkam. Gemeinsam mit einigen anderen Frauen macht sie sich auf den Weg, diese sogenannte „Area X“ zu erkunden, hat ein paar „gruselige“ Begegnungen (ehrlich gesagt fand ich da die alten Godzilla-Klassiker aus meiner Kindheit aufregender) und das alles bleibt natürlich nicht folgenlos.

Was mich aber dennoch an dem Film beeindruckte, war dieses deprimierende Grundthema, das parallel neben der eigentlich hanebüchenen Handlung immer wieder anklingt: Wie etwas Fremdes, das von außen eindringt, das eigene Selbst völlig verändern und auflösen kann, bis überhaupt nichts mehr von einem übrig bleibt. Wie ein biologischer Prozess in Gang gesetzt wird, der die eigene Persönlichkeit vernichtet und durch etwas anderes ersetzt, sodass man am Ende selbst nicht mehr weiß, ob man nur noch eine Kopie seiner Selbst ist. Die Ausweglosigkeit und die Akzeptanz dieser unwiderruflichen Entwicklung wirkten auf mich wie eine Parabel auf Merkels missratene Migrationspolitik.

Mittlerweile gibt es eigentlich kaum einen Tag mehr ohne irgendwelche Messer-Attacken, Vergewaltigungen und Morde und nach wie vor steht jeder, der darüber spricht oder dagegen demonstriert, im Verdacht, „rechts“ zu sein. Besonders auffällig finde ich die immer weiter zunehmende Brutalität und Grausamkeit, mit der die Taten begangen werden. Angriffe auf Rentnerinnen und Rentner. Frauen, denen die Gesichter eingetreten werden. Die arme Flaschensammlerin, die nach einer Gruppenvergewaltigung von einem ihrer Peiniger aus Eritrea auch noch angepinkelt wurde (Link).

Die andauernden Horror-Nachrichten haben mich verändert. Ich bin ängstlicher, misstrauischer und wütender geworden. Ich schaue mir bestimmte Fernsehmagazine (vor allem die mit Anja Reschke und Georg Restle) aus Selbstschutzgründen nicht mehr an und lache nicht mehr über die Gags in der „Heute-Show“. Ich besuche meine Gemeinde nicht mehr, weil ich mir die dortige „Refugees Welcome“-Euphorie nur noch auf die Nerven geht. Ich vermeide es, abends allein unterwegs zu sein. Ich versuche jeden Tag, die auf mich einstürzenden Meldungen zu sortieren: Was ist wirklich relevant für mich? Was eine zukünftige Bedrohung? Wie habe ich mich zu verhalten?

Heute haben die PolitikerInnen von CDU/CSU, SPD, Grüne und Linke im Bundestag dann noch gegen bessere Kontrollen an den Grenzen gestimmt und damit dafür gesorgt, dass Merkels Einladung an alle weiterhin gilt (Link). Der Prozess ist eigentlich jetzt schon unwiderruflich. Deutschland wird sich also weiter verändern. Und mit ihm seine Menschen.

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