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Das Wort zum Sonntag

Am morgigen Sonntag feiern Christen weltweit das Osterwunder – den lebendigen Gott, der den Tod besiegt hat. Es ist mir durchaus bewusst, dass wahrscheinlich viele meiner LeserInnen damit wenig anfangen können. Um es vereinfacht auszudrücken: Gott liebt uns so sehr, dass er bereit ist, wirklich ziemlich verrückte Dinge für uns zu tun. Und dazu gehörte eben, seinen eigenen Sohn in die Welt zu schicken, sterben und auferstehen zu lassen.

Dass Gott auch heute noch sehr abgefahrene Sachen (= Wunder) für uns macht, steht für mich außer Frage. Eine kleine Anekdote, die ich im Bekanntenkreis „Das Schimmelwunder zu Mülheim“ nenne, wurde kürzlich in unserem Gemeindemagazin veröffentlicht und ich finde die Geschichte immer noch so herrlich, dass ich sie Euch hier ebenfalls erzählen möchte:

Die Wand des Grauens

Die Wand des Grauens

Ich hatte vor ein paar Jahren in der Osterzeit mal einen Wasserschaden im Flur, ausgelöst durch die undichte Dusche meines Nachbarn. Jedenfalls war die Tapete hinter einem Bild völlig verschimmelt und ein Großteil der Wand klatschnass. Es hieß, dass ich wochen- oder vielleicht sogar monatelang mehrere Trocknungsgeräte ertragen müsste, eines davon in meiner Wohnung. Die Dinger sind in der Regel etwa so groß wie ein Kühlschrank und machen einen entsetzlichen Lärm. Allein die Aussicht darauf versetzte mich damals total in Panik, weil ich a) bei der Geräuschkulisse nicht im benachbarten Arbeitszimmer hätte arbeiten können und b) meine Katzen überhaupt nicht damit klargekommen wären – für die war schon 10 Minuten Staubsaugen ein echtes Problem.

Je näher der Tag kam, an dem die Trocknungsgeräte aufgestellt werden sollten, desto panischer wurde ich – zumal ich noch im Internet gelesen hatte, dass bei einer dicken, alten Backsteinmauer wie der meinen die Trocknung besonders lange dauern würde. Hatte dann schließlich auch das Gebetsangebot nach dem Gottesdienst in Anspruch genommen (zu dem Zeitpunkt war ich schon ein völliges Nervenwrack), das mich wenigstens etwas beruhigte.

Eine der Höllenmaschinen

Eine der Höllenmaschinen

Ein paar Tage später wurde dann in meinem schmalen Flur ein monströses Trocknungsgerät aufgestellt und es war – wie erwartet – die absolute Hölle. Das müsse ich nun mehrere Wochen laufen lassen, hieß es, schließlich sei meine Wand ja völlig nass. Kaum waren die Handwerker weg, zog ich direkt den Stecker. Der Lärm war einfach nicht auszuhalten. Bei Google gab ich dann die Gerätenummer ein und stellte fest, dass sie bei mir ein extralautes Gerät aufgestellt hatten, das eigentlich mehr für die Trocknung leerstehender Fabrikhallen, Keller etc. vorgesehen war. Nicht für Wohnräume.

Natürlich beschwerte ich mich und bat um ein leiseres Gerät. Einen Tag später kamen die Handwerker dann wieder und wollten das Gerät austauschen. Nur: Dabei stellte sich plötzlich heraus, dass die Wand total trocken war. Sie hatten auch noch einmal gemessen – die dicke, alte Backsteinmauer, die normalerweise erst nach wochenlangem Trocknungsgeräte-Einsatz hätte trocken sein können, war auf meiner Seite quasi über Nacht von allein getrocknet. Ich brauchte überhaupt kein Gerät mehr! 🙂

Bei einem Wunder ist immer so ein bisschen das Problem, dass andere es oft nicht nachvollziehen können, wenn sie es nicht selbst erlebt haben. Aber derjenige, der es erlebt hat, weiß 100%ig, dass das nur ein Wunder sein kann. Es ist, als ob sich der Himmel für einen Augenblick öffnet und aus einer unsichtbaren Welt jemand eingreift… man kann dann selbst nur mit offenem Mund dastehen und staunen. So erging es mir jedenfalls, als Gott mal eben schnell innerhalb von drei Tagen (vom 6. April 2010 bis 8. April 2010) eine Wand getrocknet hat. 😀

In diesem Sinne wünsche ich Euch noch wundervolle Ostertage! Feiert das Leben, die Liebe und den ganzen Rest! 🙂

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Schöne Osterfeiertage!

Für Gründonnerstag erhielt ich in diesem Jahr von einer christlichen Gemeinschaft eine ganz besondere Einladung:

„Am Abend vor seinem Tod suchte Jesus Gemeinschaft. Er teilte Brot, Wein, Bitterkräuter, das Passahlamm. Herzliche Einladung, am Abend vor Karfreitag ein besonderes Festmahl zu feiern! Du bist willkommen!“

Da mir vollkommen neu war, dass Jesus das Passahlamm teilte – hatte er sich doch am Karfreitag selbst als Opfer zur Verfügung gestellt – habe ich mich etwas mit dem Thema beschäftigt, vor allem auch mit der Bedeutung von Brot und Wein. Denn laut Bibel teilte Jesus an dem Abend vor seinem Tod eben nicht das Passahlamm, sondern reichte an seine Jünger ein rein veganes Abendessen weiter: Brot und Wein, wobei Brot seinen Körper und Wein sein Blut symbolisierte.
Ich halte es für möglich, dass Jesus sich hierbei auf Melchisedech bezog. Melchisedech ist der erste Priester, der in der Bibel überhaupt erwähnt wird. Sein Name kann mit „König der Gerechtigkeit“ und „Melek ist gerecht“ übersetzt werden (siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Melchisedech). Auch Melchisedech verwendete für sein Opfer nur Brot und Wein – also nicht das Fleisch von Opfertieren wie die späteren Priester. Das könnte damit zusammenhängen, dass sich Melchisedech nach 1. Mose 1, Vers 29, richtete:

„Und Gott sprach: Siehe, ich gebe euch alles Kraut, das Samen trägt, auf der ganzen Erde und alle Bäume, an denen samenhaltige Früchte sind; das soll eure Speise sein.“ (Zitat aus der Zürcher Bibel)

D.h., dass er sich vegetarisch/vegan ernährte und keinen Sinn darin sah, Tiere zu opfern, die er später selbst nicht essen würde. Die Teilung von Brot und Wein beim letzten Abendmahl ist daher nicht nur als üblicher Ritus während eines Passahmahles zu sehen und sie ist auch nicht einfach nur eine Vorwegnahme des Karfreitaggeschehens (das zerbrochene Brot = Jesus‘ zerbrochener Körper, der Wein = sein Blut), sondern sie verweist deutlich darauf hin, dass für die Versöhnung mit Gott, den Schutz vor Seinem Zorn, eben ein für alle mal keine Tieropfer mehr nötig sind. Weil Jesus sich selbst geopfert hat. Erstaunlicherweise sieht das Papst Benedikt XVI. offenbar genauso:

„In addition, the pope said Thursday, Jesus celebrated Passover „without a lamb, as did the Essene community,“ which did not sacrifice animals. „Instead of the lamb he offered himself, he offered his life,“ Benedict added (Quelle: http://ejpress.org/article/15698).

Auf meine Anfrage, ob die christliche Gemeinschaft den Gründonnerstag allen Ernstes mit Lammfleisch begehen möchte, habe ich leider noch keine Antwort erhalten – aber vielleicht war das Ganze auch nur ein dummes Missverständnis. Euch allen wünsche ich jedenfalls schöne Ostertage – feiert Gottes Sieg über den Tod, das Leben, die Liebe und den ganzen Rest! Frohe Ostern! 🙂

Foto: aboutpixel.de / Ostern 2009 © Heidrun Schindler

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Frohe Ostern!

Bildquelle: aboutpixel.de/Osterkaninchen © Heidrun Schindler

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Feiert schön!

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Foto: aboutpixel.de/pünktlich zu ostern © Heidrun Schindler
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