Monatsarchiv: Oktober 2016

Kaiserwetter

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Herrlich blauer Himmel heute über dem Kaiser-Wilhelm-Denkmal auf dem Dortmunder Syberg.

Hörbuch-Empfehlungen

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Ich hatte ja schon vor ein paar Jahren in höchsten Tönen von Hörbüchern geschwärmt (Link). Der Umgang mit den vielen CDs war damals zwar etwas umständlich und gerade bei den Hörbüchern aus der Stadtbücherei musste man auch immer darauf achten, dass wirklich alle CDs vorhanden und intakt waren, aber bis auf wenige Ausnahmen war das meist der Fall. Wenn sie dann einmal liefen, vergingen eintönige Hausarbeit und lange Bahnreisen wie im Flug.

Mit dem Audible-Abo, das ich mir vor ein paar Monaten zugelegt habe (nein, ich werde nicht von denen bezahlt), ist das Ganze jetzt noch einfacher. Ein paar Klicks und die Dinger sind auf meinem Computer und wenig später auf dem iPod – so genial! Und 9,95 Euro für das Flex-Abo finde ich in Ordnung. Also, ich kann es wirklich empfehlen. Gerade jetzt, in Zeiten, in denen mich das öffentlich-rechtliche Fernsehprogramm immer mehr verstört und deprimiert, ist es ein echter Genuss, sich zwischendurch in ganz andere Welten zu beamen.

QUAL DER WAHL

Allerdings habe ich festgestellt, dass es für mich gar nicht so einfach ist, gute Hörbücher zu finden. Anfangs hatte ich z.B. den Fehler gemacht, mir nicht die Hörprobe anzuhören. Kann ich nur jedem raten – es gibt tatsächlich Sprecher, die man nicht über mehrere Stunden hören möchte. Dazu muss ich leider auch Suzanne von Borsody zählen, die ich als Schauspielerin zwar sehr schätze, deren Vortrag von „The Girls“ (von Emma Cline) ich aber ziemlich nervtötend fand. Ich kann mir denken, dass sie mit ihrem seltsamen Sing-Sang in der Stimme die unfassbare Naivität der Protagonistin besonders betonen wollte, aber das wäre bei einem Roman dieser Art überhaupt nicht nötig gewesen… es wirkte einfach zu übertrieben. Das bemängelten auch andere Audible-Hörer.

Ebenso kann es ein Fehler sein, sich völlig auf die Bewertungen anderer zu verlassen. Natürlich sind nicht alle Hörbücher, die Super-Bewertungen bekommen haben, tatsächlich super. Die Geschmäcker sind halt verschieden – Krimis, die andere Hörer total spannend fanden, haben mich tödlich gelangweilt. Dazu zähle ich z.B.

„Passagier 23“ von Sebastian Fitzek
„Racheherbst“ von Andreas Gruber
„Endgültig“ von Andreas Pflüger.

SCHÖN ZU HÖREN

Witzig und unterhaltsam fand ich hingegen Hörbücher mit so merkwürdigen Titeln wie

„Arschbacken zusammenkneifen, Prinzessin“ von Mirco Buchwitz und Rikje Stanze
„Pussy Terror“ von Carolin Kebekus
„Tschick“ von Wolfgang Herrndorf.

Die Reihenfolge stellt keine Wertung dar. „Tschick“ ist zudem ein so außerordentlich guter Roman, dass die kurze Beschreibung „witzig und unterhaltsam“ ihm natürlich nicht gerecht werden kann. Auf jeden Fall habe ich mich bei diesen drei Hörbüchern stellenweise wirklich abgerollt. Ebenfalls besonders empfehlenswert und dabei auch noch sehr, sehr fesselnd sind meiner Ansicht nach folgende Hörbücher:

„Nach einer wahren Geschichte“ von Delphine de Vigan
„Unterwerfung“ von Michel Houellebecq
– „Saturday“ von Ian McEwan
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„Girl on the Train“ von Paula Hawkins fand ich erst sehr spannend, allerdings war ca. 2 1/2 Stunden vor dem Ende schon ziemlich klar, wer der Täter ist… der Rest war dann vorhersehbar. Lässt sich übrigens auch herunterladen: Das wunderbare lit.COLOGNE-Gespräch „Wozu lesen?“ zwischen Elke Heidenreich und Marcel Reich-Ranicki. Herrlich! Hier habe ich mich aber das erste Mal etwas geärgert, dass ich das Ganze nur hören und nicht wie in einem Buch schnell noch einmal nachschlagen konnte. Denn da gibt es gegen Ende eine Stelle, nur ganz wenige Sekunden, in denen Elke Heidenreich erzählt, warum sie eigentlich liest… die Stelle ist so anrührend, dass mir dabei tatsächlich fast die Tränen kamen. Und das will schon was heißen.

GEWINNSPIEL

Weil’s so schön war, nun noch eine kleine Verlosung: Wie lautet die Stelle, die ich meine? Warum liest Elke Heidenreich? Wer sie bis zum 31. Oktober 2016 korrekt zitieren kann, hat die Chance, das Hörbuch „Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück“ von François Lelord zu gewinnen – 302 Minuten ungekürzte Lesung auf 4 CDs! Der Rechtsweg ist mal wieder ausgeschlossen. Viel Glück! 🙂

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