Archiv der Kategorie: Dies und das

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And now for something completely different…

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Alles beim Alten

Facebook hat mich heute freundlicherweise an ein Posting aus dem Jahr 2016 erinnert:
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Das Testergebnis hatte ich damals ebenfalls auf meinem Blog veröffentlicht – wer den Test auch mal machen möchte, hier der Link.

Jetzt hat mich heute natürlich interessiert: Könnte es sein, dass sich nach zwei Jahren GroKo, nach unzähligen Einzelfällen, den ganzen neuen Vergewaltigungen und Morden – ausgelöst durch Merkels katastrophale Einladung an alle – meine politischen Koordinaten bedrohlich nach rechts verschoben haben? Hier ist das Ergebnis vom 24. März 2018:
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Also nahezu unverändert. Ehrlich gesagt hat mich das doch etwas verblüfft – es ist mir mittlerweile schon ein bisschen unangenehm, dass ich möglicherweise in manchen Bereichen auf einer Wellenlänge mit Katja Kipping oder Katrin Göring-Eckardt bin. Das Ergebnis zeigt aber erfreulicherweise auch, dass man durchaus die gegenwärtige Migrationspolitik komplett ablehnen sowie den Islam kritisieren kann, wenn man dem linken Spektrum angehört. Wie ich bereits in meinem letzten Beitrag schrieb: Das sind nämlich keine explizit rechten Ansichten und meiner Meinung nach hätte man diese wichtigen Themen im öffentlichen Diskurs niemals allein den Rechten überlassen dürfen. Eben genau aus diesem Grund solidarisiere ich mich ausdrücklich mit allen, die friedlich für die Sicherung der Grenzen demonstrieren: weil dieses Anliegen völlig legitim ist, egal ob man rechts oder links ist und die etablierten Parteien gut daran täten, sich mal so langsam ernsthaft damit zu beschäftigen.

Edit: Dänemark hat übrigens angesichts der immer mehr aus dem Ruder laufenden Migrationskrise längst die Reißleine gezogen: Grenzkontrollen, mehr als 60 Verschärfungen des Asylrechts und Ausstieg aus dem UNHCR-Programm zur Flüchtlingsverteilung. Die dänischen Sozialdemokraten engagieren sich zudem für eine völlige Abschaffung des Asylrechts: Link. Für den Umgang mit dieser Krise sind also keine Rechts-Links-Kategorien hilfreich, sondern allein der Einsatz des gesunden Menschenverstands – etwas, das ich bei den etablierten Parteien in Deutschland derzeit schmerzlich vermisse.

Erklärung vom 17. März 2018

Vergangenen Donnerstag, am 15. März 2018, kam es zu einer gemeinsamen Erklärung diverser bekannter Publizisten:

„Mit wachsendem Befremden beobachten wir, wie Deutschland durch die illegale Masseneinwanderung beschädigt wird. Wir solidarisieren uns mit denjenigen, die friedlich dafür demonstrieren, dass die rechtsstaatliche Ordnung an den Grenzen unseres Landes wiederhergestellt wird.“

Siehe auch: Link

Unterzeichnet haben u.a. Henryk M. Broder, Uwe Tellkamp, Dr. Thilo Sarrazin, Alexander Wendt und natürlich auch die bekannte Politikerin, Publizistin und Bürgerrechtlerin Vera Lengsfeld, die das Ganze initiiert hatte.

Ich solidarisiere mich vor allem auch mit denen, die heute bei Wind und Wetter – im Moment tobt hier draußen ein Schneesturm – friedlich für ihre Heimat und für die Sicherung der deutschen Außengrenzen demonstrieren. Zum Beispiel in Cottbus:

Die in dem Video vorgetragenen Aussagen sind übrigens keine explizit „rechten“ Positionen, sondern vollkommen vernünftige Fragen und berechtigte Befürchtungen, die vor ein paar Jahren auch von der CDU oder sogar den Linken hätten kommen können. Leider Gottes gibt es derzeit offensichtlich nur eine einzige Partei im Deutschen Bundestag, die sich damit ernsthaft beschäftigt. Und solange das so ist, solange Realitätsverweigerer wie CDU/CSU, SPD, FDP und vor allem Linke und Grüne weiterhin Politik gegen die Interessen der schon länger hier lebenden Bevölkerung machen – wie zuletzt gestern, als gegen die bessere Sicherung der Grenzen gestimmt wurde – solange wird die Alternative für Deutschland weiter Zuwachs erhalten. Und Solidarität erfahren.

Edit 1: Inzwischen haben viele weitere Autoren, Publizisten, Künstler, Wissenschaftler und andere Akademiker die Erklärung vom 15. März unterschrieben. Hier der aktuelle Stand: https://www.erklaerung2018.de/

Edit 2: Ziel ist nun eine Massenpetition an den Deutschen Bundestag – jeder kann mitmachen: ‪https://www.erklaerung2018.de/mitmachen.html ‬

Auslöschung

„Es ist nicht die stärkste Spezies, die überlebt, auch nicht die intelligenteste, sondern eher diejenige, die am ehesten bereit ist, sich zu verändern.“ (Charles Darwin)

Ich weiß wirklich nicht mehr genau, warum ich überhaupt ein Netflix-Abonnement abgeschlossen habe. Ein paar Dokumentarfilme fand ich wohl ganz sehenswert und dann lockte natürlich auch die Riesenauswahl an Serien, von denen ich aber bis auf ein paar Folgen „Outlander“ keine länger anschauen konnte. Ob „The Crown“ oder „Orange is the new black“ – irgendwie hatte alles so einen B-Movie-Touch und auch bei „Outlander“ verlor ich irgendwann das Interesse, weil mir die Dialoge allesamt so entsetzlich platt vorkamen.

Etwas anders war das bei dem aktuell angelaufenen Netflix-Streifen „Auslöschung“ mit der wunderbaren Natalie Portman. Hier fesselte mich gleich die Vorschau und den 12. März 2018, das Datum der Netflix-Veröffentlichung, notierte ich mir sogar in den Kalender, um diesen einen Film auf keinen Fall zu verpassen. Zunächst deckte sich mein Eindruck mit dem Fazit vieler Kritiker auf Facebook: „Langweilig!“, „Enttäuschend!“, „Lahm!“

Kurze Inhaltsangabe, ohne Spoiler: Der Ehemann einer Biologin kehrt von einer mysteriösen Expedition heim und bricht gleich darauf zusammen. In einer futuristisch anmutenden Krankenstation erfährt die Frau (Natalie Portman), dass er in einem Gebiet unterwegs war, das von einem seltsamen „Schimmer“ umwabbert wird, ein Ort, aus dem bisher keiner lebendig zurückkam. Gemeinsam mit einigen anderen Frauen macht sie sich auf den Weg, diese sogenannte „Area X“ zu erkunden, hat ein paar „gruselige“ Begegnungen (ehrlich gesagt fand ich da die alten Godzilla-Klassiker aus meiner Kindheit aufregender) und das alles bleibt natürlich nicht folgenlos.

Was mich aber dennoch an dem Film beeindruckte, war dieses deprimierende Grundthema, das parallel neben der eigentlich hanebüchenen Handlung immer wieder anklingt: Wie etwas Fremdes, das von außen eindringt, das eigene Selbst völlig verändern und auflösen kann, bis überhaupt nichts mehr von einem übrig bleibt. Wie ein biologischer Prozess in Gang gesetzt wird, der die eigene Persönlichkeit vernichtet und durch etwas anderes ersetzt, sodass man am Ende selbst nicht mehr weiß, ob man nur noch eine Kopie seiner Selbst ist. Die Ausweglosigkeit und die Akzeptanz dieser unwiderruflichen Entwicklung wirkten auf mich wie eine Parabel auf Merkels missratene Migrationspolitik.

Mittlerweile gibt es eigentlich kaum einen Tag mehr ohne irgendwelche Messer-Attacken, Vergewaltigungen und Morde und nach wie vor steht jeder, der darüber spricht oder dagegen demonstriert, im Verdacht, „rechts“ zu sein. Besonders auffällig finde ich die immer weiter zunehmende Brutalität und Grausamkeit, mit der die Taten begangen werden. Angriffe auf Rentnerinnen und Rentner. Frauen, denen die Gesichter eingetreten werden. Die arme Flaschensammlerin, die nach einer Gruppenvergewaltigung von einem ihrer Peiniger aus Eritrea auch noch angepinkelt wurde (Link).

Die andauernden Horror-Nachrichten haben mich verändert. Ich bin ängstlicher, misstrauischer und wütender geworden. Ich schaue mir bestimmte Fernsehmagazine (vor allem die mit Anja Reschke und Georg Restle) aus Selbstschutzgründen nicht mehr an und lache nicht mehr über die Gags in der „Heute-Show“. Ich besuche meine Gemeinde nicht mehr, weil ich mir die dortige „Refugees Welcome“-Euphorie nur noch auf die Nerven geht. Ich vermeide es, abends allein unterwegs zu sein. Ich versuche jeden Tag, die auf mich einstürzenden Meldungen zu sortieren: Was ist wirklich relevant für mich? Was eine zukünftige Bedrohung? Wie habe ich mich zu verhalten?

Heute haben die PolitikerInnen von CDU/CSU, SPD, Grüne und Linke im Bundestag dann noch gegen bessere Kontrollen an den Grenzen gestimmt und damit dafür gesorgt, dass Merkels Einladung an alle weiterhin gilt (Link). Der Prozess ist eigentlich jetzt schon unwiderruflich. Deutschland wird sich also weiter verändern. Und mit ihm seine Menschen.

SuB-Challenge: Gelebte Sehnsucht

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Endlich! Ich habe meine SuB-Challenge 2017 erfolgreich abgeschlossen! Ziel war es ja, jeden Monat einem Buch aus meinem Stapel ungelesener Bücher eine Chance zu geben und das ist mir gelungen.

Rückblickend muss ich sagen, dass die meisten Bücher zu Recht auf diesem Stapel lagen – entweder fand ich sie langweilig oder altmodisch. Manchmal lag es auch einfach daran, dass mich die Themen überhaupt nicht mehr interessierten. Das Dezember-Buch („Gelebte Sehnsucht – Grenzgängerinnen der Moderne“) bildete da eine absolute Ausnahme. Ich bin immer noch fassungslos darüber, dass ich so eine Kostbarkeit über acht Jahre in meinem Regal habe verstauben lassen können. Das von Susanne Nadolny herausgegebene Taschenbuch überzeugte mich komplett: superschöne, hochwertige Gestaltung mit zahlreichen Fotos und dazu hochinteressante Texte – die Hommage an Frauen, die in den 20/30er Jahren „mit Leidenschaft, Mut und kreativer Energie ihren ureigenen Weg“ (Zitat) gegangen sind, ist wirklich sehr gelungen. Um nur einige Namen zu nennen: Mina Loy, Dorothy Parker, Helen Hessel, Katherine Mansfield, Claire Goll… lauter faszinierende Lebensgeschichten von Frauen, die sich von ihrem Umfeld radikal emanzipierten und es wagten, „aus der Reihe zu tanzen“ – was merkwürdigerweise bei allen nur so lange gut funktionierte, bis sie sich ernsthaft verliebten. Herzschmerz, Tragödien und überhaupt komplizierte Beziehungen scheinen Dauerbegleiter von außergewöhnlichen Lebenskünstlerinnen zu sein, ebenso aber auch der ständige Neuanfang und der Wille, trotz Widerständen weiterhin den eigenen Idealen treu zu bleiben. Ein Thema, das heute noch aktuell ist und das dieses Buch ganz besonders lesenswert macht.

„Gelebte Sehnsucht“ ist übrigens bei Amazon gebraucht erhältlich, für lächerliche 4,44 Euro. Ich kann es Euch auf jeden Fall sehr empfehlen und außerdem für die, die noch eine echte Herausforderung für 2018 suchen: „The 26-book 2018 reading challenge“ von Hannah Braime. Egal, welche Challenge wir 2018 wieder meistern werden, möge das Jahr vor allem eines sein: ein

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Literaturangabe:
„Gelebte Sehnsucht – Grenzgängerinnen der Moderne“
von Susanne Nadolny (Herausgeberin)
Verlag: edition ebersbach

SuB-Challenge: Gute Tage

Um es kurz zu machen: „Gute Tage“ von Roger Willemsen hat es immerhin auf meinen Nachttisch geschafft – aber auch nicht viel weiter. Dieses Mal lag es eindeutig an mir. Ähnlich wie bei Benjamin von Stuckrad-Barres „Festwertspeicher der Kontrollgesellschaft“ geht es hier wieder um Begegnungen mit Menschen (und Orten) der Zeitgeschichte. Ich zitiere: „In Arafats Badezimmer. In einem nordindischen Kloster mit dem Dalai Lama. In der Badewanne von John le Carré. Mit John Malkovich auf der Burg des Marquis de Sade. In den Gemächern Margaret Thatchers.“ Etc., etc., etc.. Alles Themen, die mich wirklich überhaupt nicht interessieren. Immer mehr sehne ich das Ende dieser Challenge herbei. Nur noch ein Buch (ausgerechnet „Gelebte Sehnsucht – Grenzgängerinnen der Moderne“ herausgegeben von Susanne Nadolny), dann ist es endlich überstanden.

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Literaturangabe:
„Gute Tage“
von Roger Willemsen
S. Fischer

SuB-Challenge: Erste Liebe

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Leider ist mir kurz bevor ich mich meiner September-Herausforderung widmen konnte, „Die Helle Stunde“ von Nina Riggs in die Quere gekommen.

Dieses Buch bestellte ich vor einigen Monaten, nachdem ich darüber eine extrem gute Rezension in der New York Times gelesen hatte (Link). Das Resümée „Riggs, a dying woman, will show you how to live“ hatte mich neugierig gemacht. Könnte eine todkranke, an metastasierten Brustkrebs leidende Frau, mich mit komischen Anekdoten aufheitern oder mir tatsächlich zeigen, wie es möglich ist, in schwierigen, chaotischen Zeiten zu leben und dieses Leben auch noch zu lieben? Dafür hätte ich das Buch sogar in der amerikanischen Originalversion („The Bright Hour“) bestellt, entdeckte dann aber auf Amazon, dass im September die deutsche Fassung erhältlich ist und nutzte dort direkt die „Vorbestellung“.

Letzte Woche ist es dann also angekommen und mich hätte schon der eigentlich falsch geschriebene Titel stutzig machen müssen. Nina Riggs hatte eine besondere Verbindung zu Gedichten, ihren „Master of Fine Arts“ im Fach Poesie gemacht und dieses ganz spezielle Denken, die Doppeldeutigkeit von Wörtern, der fantasievolle Umgang mit Sprache und Begebenheiten, ziehen sich wie ein roter Faden durch das gesamte Buch, flankiert durch Zitate von Montaigne und ihrem berühmten Vorfahren, ihrem Urururgroßvater Ralph Waldo Emerson. Diese Mischung kann ein Buch besonders interessant machen, aber auch etwas nerven – vor allem an den Stellen, an denen man den Eindruck hat, dass manche sprachlichen Feinheiten oder Witze in der deutschen Übersetzung gar nicht so zünden können wie es in der amerikanischen Originalfassung vielleicht der Fall gewesen ist.

Aber das war nicht der einzige Grund, warum ich an diesem Buch wirklich nichts, absolut nichts witzig, komisch oder sonstwie aufbauend empfand. Wie sich gleich auf den ersten Seiten herausstellte, hatte Nina Riggs nämlich ausgerechnet triple-negativen Brustkrebs – also genau die Horrordiagnose, die ich selbst vor ziemlich genau fünf Jahren bekam.

Ich habe irgendwann mal den Spruch gelesen, dass die Dinge, auf die man sich fokussiert, immer größer und größer werden und natürlich ist das bei Krebserkrankten auch der Tod, der plötzlich wie ein Elefant unübersehbar mitten im Raum steht. In Nina Riggs Buch kommt er gleich mehrfach vor… ich will jetzt nicht verraten, wer alles wie stirbt, aber es sind auf jeden Fall für meinen Geschmack zu viele Todesfälle, als dass man hier noch von einem heiteren Lebensratgeber sprechen könnte. Verrückterweise stelle ich in meinem Alltag Ähnliches fest: immer mehr Tote, zuletzt traf es die wunderbare Claire (Link), die ich so für ihre inspirierenden Beiträge geliebt habe. Aber selbstverständlich gibt es auch Menschen, die wie ich überlebt haben. Eine triple-negative FB-Freundin von mir hat sogar letztens ein Baby bekommen – ein ganz bezauberndes kleines Mädchen. Vielleicht liegt darin der Schlüssel zum Glück: Einfach auf das Leben schauen, sich auf das Liebenswerte zu fokussieren. In Nina Riggs Buch blitzt diese helle Seite stellenweise durchaus immer wieder auf, vor allem im Umgang mit ihren Kindern, aber es ist meiner Ansicht nach insgesamt viel zu traurig und zu erschütternd, um für Betroffene eine echte Hilfe zu sein.

Und so kam es, dass ich von Alexa Hennig von Langes „Erste Liebe“ gerade mal den Klappentext und die ersten Zeilen gelesen habe. Es geht in dem Buch offenbar um eine Teenagerliebe und Elternprobleme – nichts interessiert mich im Moment weniger. Aber immerhin: Ich habe auch diesem Buch im Rahmen meiner „SuB-Challenge“ eine Chance gegeben. Weiter geht’s mit meiner Oktober-Herausforderung: „Festwertspeicher der Kontrollgesellschaft“ von Benjamin v. Stuckrad-Barre.

Literaturangaben:

„Die Helle Stunde“
von Nina Riggs
btb

„Erste Liebe“
von Alexa Hennig von Lange
rowohlt